Das Campiner Huhn stammt aus den sandigen Gegenden um Antwerpen. Es ist ein sehr schönes, leicht flüchtiges Huhn mit der Hamburgerform, das in einer rosenkämmigen und in bei den Hennen herabhängendem, großen Einfachkamm erscheint. Die Musterung entspricht der der Brakel, die Campiner sind jedoch kleiner und besitzen nicht deren lange Walzenform. Die Füße sind Schiefergrau.
Brakel und Campiner haben die gleichen Vorfahren. Sie unterscheiden sich jedoch grundsätzlich darin, das die Hähne der Campiner keine Sattelbehänge in weiß oder gold besitzen, wohingegen die Brakel Sattelbehänge in der jeweiligen Streifenfarbe tragen. 

Obwohl die Tiere sehr gute Legehühner sind, deren Eier ein Durchschnittsgewicht von 60g erzielen, werden sie nur noch sehr selten gehalten. Die Legeleistung kann bis zu 220 Eier betragen, gelegentlich auch darüber, denn die Tiere sind als gute Winterleger bekannt und ebenfalls Nichtbrüter. Größere Bestände finden sich noch in Australien, den USA und in England. Jedoch auch dort zählt die Rasse zu der Gruppe der bedrohten, alten Haustierrassen. 

Von den Campinern existiert eine Groß und eine Zwergrasse.
Die englischen Campiner besitzen nicht den vollen Schwanz der Kontinentalen Rasse, auch sind sie ein wenig kleiner. Es gibt nur zwei anerkannte Farbschläge, die goldenen und die silbernen Campiner. Hennenfiedrigkeit der Hähne ist inzwischen nicht mehr Rassekenneichen, kommt jedoch noch häufig vor.
Beim goldenen Campiner haben männliche und weibliche Tiere einen tief goldfarbenen Halsbehang während der Rest des Körpers käferschwarze Steifen auf goldenem Grund zeigt. Die silbernen Campiner haben einen silbernen Halsbehang und die käfergrünen Streifen befinden sich auf silberweißem Grund. Bei allen Tieren ist der Schnabel und die Zehennägel hornfarben, die Zehen schiefergrau Die Augen sind dunkel braun, fast schon schwarz mit schwarzer Pupille. Kamm, Gesicht und Backenlappen sind rot. Ohrscheiben sollen bläulich weiß sein.
Zeichnung Campinerhahn - Watt Publishing

Zeichnung Campinerhahn aus
Watt Publishing, 122 S. Wesley Ave., 
Mt. Morris, IL 61054 USA 

Geschichte:
Um 1899 war die Rasse in England sehr beliebt, der Zuchtclub gründete sich dort in diesem Jahr. Campiner spielten eine bedeutende Rolle in der Gründung kennfarbiger Zuchtschläge durch die unterschiedlichen Farben der Küken.
1929 wurden in Cambridge durch Kreuzung mit Barred Rocks „Cambars“ die ersten Kennhühner gezüchtet.

Küken sind vital, frohwüchsig und befiedern rasch. Jedoch kann es dadurch auch zu einem Aufzuchtproblem durch Federpicken kommen, wenn die Küken in großen Mengen gehalten werden und sich nicht ausreichend beschäftigen können. Gestreifte Federn zeigen die Campinerküken erst mit wenigen Wochen. Erst sind sie mattschwarz mit graubraunen Maserungen, das Gefieder wechselt dann jedoch rasch zu den gezeichneten Federn der Alttiere. 
Durch die schöne Gefiederzeichnung wurden Campiner lange als Ausstellungshühner gezüchtet und haben daher oft ihre guten Wirtschaftseigenschaften verloren. Da nur noch geringe Bestände der Rasse erhalten sind, sollte bei Weiterzucht verstärkt Wert auf die Wirtschaftseigenschaften gelegt werden. Da die Campiner sehr frühreif sind, sollte man nicht zu früh zu hochenergetische Futtermittel einsetzen, um die Eiablage ein wenig herauszuzögern und das Huhn wieder ein wenig größer werden zu lassen.
Die Goldfarbenen Hühner sind verbreiteter als die silbernen und 1997 waren noch 7 Züchter goldener Campiner jedoch nur zwei der silbernen Gruppe vermerkt. 

In Ihrer Heimat Belgien gelten die Campiner als ausgestorben. 
Ein Zuchtprogramm wird derzeit von der „Society for the Preservation of Poultry Antiquities“ geführt. 


Kontakt unter : 
Glenn Drowns, Secretary-Treasurer
Society for the Preservation of Poultry Antiquities
1878 230th Street
Calamus, IA 52729
e-mail: sandhill@fbcom.net 

Ein sehr schöner Beitrag aus Australien hierzu:

The Silver Campine - Why Rare? Die silbernen Campiner Hühner - warum eine seltene Rasse?
Von Bruce Pattinson

Die Campiner sind eine besondere und nützliche Hühnerrasse und es ist schwer zu verstehen warum ihre Popularität seit dem Anfang dieses Jahrhunderts abgenommen hat. Es ist der Hintergrund dieses Artikels, die Geschichte der Rasse und die Qualitäten der Tiere aufzuzeigen. 
Es ist eine uralte Rasse, die Menschen der Kampanie behaupten, das Julius Cäsar, als er ihr Land verließ einige Campiner Hühner mit sich nach Rom nahm. Hier nannte Epicur sie "Nahrung der Götter".
Campiner sind eine leichte Vogelrasse die aus Belgien stammen und in Silber und Gold gestreifter Zeichnung vorkommen. Es sind ruhige attraktive Tiere. Sie wachsen rasch und befiedern schnell. Zu beginn des letzten Jahrhunderts waren die Campiner sehr verbreitet in Australien und für ihre Legeleistung bekannt. Noch 1982 wurde im Britisch Poultry Standard auf die guten Winterlege-Eigenschaften hingewiesen und die besondere Bedeutung in der Stubenkükenproduktion. Jedoch schon 1994 schrieb Fred Hams in "Old Poultry Breeds", das die Campiner wegen ihrer geringen Eigröße aus der Mode kamen und von kommerziellen Produktionsrassen verdrängt wurden.
Meiner Ansicht nach haben die Eier eine gute Größe (um die 60g) für eine leichte Rasse und sie sind auch relativ profitabel. Hadlington, im Poultry Farming in NSW 1923 (New Sout Wales/Australien) setzte die Campiner zu seiner Liste der für die Farmbewirtschaftung geeigneten Rassen mit 5lb (ca.2,5kg)Hahnengewicht und 4lb.(ca.2kg) für Hennen. Sogar 1930 finden wir in Zeitungsberichten Angebote für Campiner welche für "Größe, Typ, Vitalität und Ei-Produktion" gerühmt wurden. 
Unglücklicherweise setzte 1943 Hadlington die Rasse nur noch als Ausstellungstier in seine Liste. Es ist sicher zu vermuten der Niedergang der Campiner lag an der Präferenz der Leghorn oder der Erzüchtung der Hybriden durch kommerzielle Brütereien. Die frühe Popularität der Rasse mag in der Arbeit der Cambridge University begründet sein, die die Campiner zur Erzüchtung der ersten Kennfarbrassen einsetzte, indem man goldfarbene Tiere mit gestreiften Plymouth Rock kreuzte um Cambars zu erhalten.. Es gibt keine Belege das diese Zuchtrasse in Australien Beliebtheit erlangte, jedoch wird die Rasse Legbar noch heute gezüchtet. So schrieb Les Hill in "Australian Bird Lover" im Oktober 1958: "Campiner sind in erster Linie sehr gute Legehühner über das ganze Jahr", und "als Tischgeflügel ist es von exzellenter Qualität und die Ergiebigkeit an Fleisch ist höher als bei anderen Rassen."
Ein Campiner Hahn aus dem Artikel von Bloomhead`s Poultry for the ManyEs scheint keine Aufzeichnungen zu geben wann die Campiner nach Australien kamen aber es ist ein Glück das Aussteller die Rasse erhalten haben. Leider bedeutet es das dazu die Zeichnung mehr Bedeutung verlangte als die Produktionseigenschaften. Dies führte für viele Rassen zu Leistungseinbußen. Glücklicherweise behielten einige Tiere, die nicht zum Präsentieren taugten, die guten Eigenschaften, die sich der Hobby Halter wünscht. Sie brüten nicht, sehen gut aus und legen gut.
Heute sind nur noch wenige Campiner auf Ausstellungen und sie werden zu einem interessanten Projekt für jeden der Freude an seltenen Rassen hat. Ich habe ihre gute Fruchtbarkeit und Zuchteigenschaften festgestellt. Einige Probleme tauchten auf mit dem raschen Wachstum und der schnellen Befiederung die zu Federpicken führen kann. Ich habe versucht das zu verhindern in dem ich hochproteinhaltiges Futter gab und Grassoden zum Picken und das brachte einigen Erfolg. Sie wachsen besser, wenn sie unter sich sind. Noch eine Interessante Tatsache ist, das man Goldene und silberne Campiner mixen kann und wieder goldene und silberne Küken fallen.
Die vielseitige, gute Verwendbarkeit der Campiner sollte ihr Überleben sichern. Ich glaube die Rasse hat genug besondere Qualitäten um sie für jeden mit Interesse an Rassehühnern genetisch interessant zu machen. Es ist eine seltene Rasse, jedoch nicht weil sie unökonomisch ist, sondern nur wegen der Übermacht der Geflügelindustrie.
Das Bild zu diesem Artikel aus "Bloomhead`s Poultry for the Many" zeigt die feine Haltung und das Aussehen der Tiere, aber wenn man die Farben sieht, muss man die Tiere einfach haben.

Orginaltext unter: http://www.rbta.org/campine.htm

Weitere Informationen auf folgenden Seiten:

Links:
http://www.ansi.okstate.edu/poultry/chickens/campine/
http://www.sakwoya.org.uk/chickens/campine.html
http://www.rbta.org/campine.htm